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Top 10 Reitregionen in Island

Akureyri Area, North Iceland, Iceland
Photo: Kaldbakstindur, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Island hat das Pferd zur Staatsangelegenheit gemacht. Seit mehr als tausend Jahren sind keine Pferde auf die Insel importiert worden — isländisches Recht verbietet es, und ein einmal ausgeführtes Islandpferd darf nicht zurückkehren. Das Ergebnis ist eine Rasse, die an keine andere Pferderasse der Welt erinnert: kompakt, anspruchslos, kälteresistent, mit einem Schritttakt, der auf vulkanischem Lavagestein und in isländischen Hochlandbächen sicher ist, und mit fünf Grundgängen, von denen zwei kein anderes Pferd besitzt.

1. Eldhestar, Hveragerði

Eldhestar ist einer der zwei bekanntesten Reitbetriebe Islands und liegt nahe Hveragerði im Südwesten der Insel, nicht weit von der Hauptstraße nach Selfoss. Die Herde umfasst über 100 Pferde; das Angebot reicht von einstündigen Ausritten durch Geothermie-Gebiete bis zu mehrtägigen Touren. Eldhestar betreibt mehrtägige Trekking-Touren, die Reiter zu den Hochlandgebieten der Þórsmörk und des Landmannalaugar führen. Professionell, mehrsprachig, für alle Niveaus.

2. Íshestar, Hafnarfjörður

Íshestar liegt nahe Reykjavik in Hafnarfjörður und ist der zweite große Hauptstadtbereich-Operator. Tagesritte führen durch Lavafelder in unmittelbarer Stadtnähe, durch eine Landschaft, die so vollständig ungehämmert wirkt, dass man kaum glaubt, 20 Minuten von der Hauptstadt entfernt zu sein. Íshestar organisiert auch mehrtägige Touren und ist bekannt für seine qualifizierte Einschätzung von Reiterniveaus. Vollständige Leihbekleidung verfügbar.

3. Laxnes Horse Farm, Mosfellsbær

Laxnes liegt in Mosfellsbær, einem Vorort nordöstlich von Reykjavik, nahe dem gleichnamigen Bauernhof des Nobelpreisträgers Halldór Laxness. Die Farm bietet kurze Ausritte (ein bis zwei Stunden) und Nachmittagstouren für Familien und Erstbesucher an. Gut geeignet für Reiter ohne Erfahrung mit Islandpferden, die erst den Tölt kennenlernen wollen. Die Landschaft ist sanft und sicher.

4. Sólhestar, Mosfellsbær

Sólhestar ist ein weiterer Reykjavik-naher Betrieb mit einem stärker auf Touristengruppen ausgerichteten Programm. Mehrstündige Ritte in die Þingvellir-Lavafeld-Region sind möglich; der Betrieb ist bekannt für ruhige, gut ausgebildete Schulpferde für Anfänger und internationale Gäste. Buchungen über mehrere Sprachen verfügbar.

5. Þingvellir-Route, Hauptstadtregion

Þingvellir ist das geschichtlichste Gebiet Islands — hier tagte das Althing, das älteste Parlament der Welt, und hier treffen nordamerikanische und eurasische tektonische Platten aufeinander. Ausritte durch das Þingvellir-Nationalgebiet auf Islandpferden führen durch Lavafeld-Erosionslandschaften und an Riftspalten entlang, die manchmal zwei Meter breit und tief genug sind, dass Pferde vorsichtig gesetzt werden müssen. Mehrere Operators bieten Touren durch dieses Gebiet an.

6. Nordseeküste um Akureyri, Nordisland

Akureyri ist die größte Stadt des isländischen Nordens und ein Ausgangspunkt für Mehrtages-Reittouren ins isländische Hochland und in die Tröllaskagi-Halbinsel. Lokale Betriebe wie Polar Hestar bieten Touren durch Fjord-Täler, alpine Hochgebiete und entlang der Eyjafjörður-Küste an. Das Terrain im Norden ist weniger geothermisch als der Südwesten, dafür dramatischer in der Fjordgeomorphologie.

7. Glymsdalur, Westisland

Das Glymsdalur-Tal in der Dalir-Region, westlich des Borgarfjörður-Fjords, ist sagageschichtliches Gebiet — hier lebten die Charaktere der Laxdæla Saga. Kleine Betriebe in der Region bieten Ritte durch Weideland und Birkenwald an, die von Sagageschichte begleitet werden können. Weniger touristisch als die Hauptstadtregion; für Reiter, die ruhige Landschaft und historischen Kontext schätzen.

8. Skagaheiði-Hochland, Nordisland

Skagaheiði ist das Hochland zwischen Nordseefjorden und dem Innenhochland; Schafe und Islandpferde sind die Hauptbewohner. Das Terrain ist offen, windig und von einer Weite, die man im südwestlichen Ringstraßengebiet nicht findet. Mehrtages-Überland-Touren durch Skagaheiði werden von Outfittern in Sauðárkrókur und Varmahlíð angeboten; Tölt auf offenem Hochland, mit Blick auf Fjorde in beiden Himmelsrichtungen.

9. Hnjótur Farm, Westfjorde

Die Westfjorde sind Islands am wenigsten besuchter Landesteil — tief eingeschnittene Fjorde, steile Berghänge, Vogelklippen und eine Abgeschiedenheit, die heute noch kaum bereist ist. Die Hnjótur Farm nahe Ólafsvík in den Snæfellsnes-Ausläufern bietet Ritte in eine Landschaft, die Island vor dem Massentourismus zeigt. Die Westfjorde sind für erfahrene Reiser geeignet, die Abgeschiedenheit aktiv suchen.

10. Mehrtages-Kjölur-Route, Hochland

Der Kjölur ist die befahrbarste Hochland-Route Islands zwischen den Gletschern Langjökull und Hofsjökull und führt von Gullfoss im Süden bis Blönduós im Norden. Mehrtages-Reittouren auf der Kjölur-Route, die je nach Tempo fünf bis acht Tage dauern, gelten als eines der eindrucksvollsten Pferdeabenteuer Nordeuropas. Kein fester Untergrund, keine Straßen, Flussquerungen, und ein Panorama, das täglich wechselt. Für erfahrene Reiter; gute Körperfitness erforderlich.

Der Fünfgang im Detail

Der Tölt ist der Gang, der Islandpferde für Reiter aller Niveaus zugänglich macht: fließend, ohne Schwung, auf Schritt bis Kurzgalopp-Geschwindigkeit fahrbar. Ein gutes Tölt-Pferd lässt Reiter ohne Treibhilfe traben aussehen, die in Wirklichkeit durch Geröll und Lavagerst reiten. Der fliegende Pass (Skeið oder Flugskeið) ist dagegen für Schauzwecke: Ein zweitaktiger Seitengang, der nur kurz auf offenen Strecken geritten wird. Nicht alle Islandpferde haben ihn; ein deutlicher Flugskeið ist ein Zuchtmerkmal mit Wert.

Leihbekleidung und Buchung

Alle größeren Betriebe in Island verleihen vollständige Winterreitbekleidung; buche im Voraus und teile deine Schuhgröße mit. Die Saison ist ganzjährig möglich; Kernsaison für Mehrtagestouren ist Juni bis August, wenn die Hochlandrouten offen sind. Tagesritte sind ganzjährig buchbar.

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