Top 10 Reitregionen in Ungarn

Ungarn ist eine der ältesten kontinuierlichen Reitkulturen Europas. Die magyarischen Reiter, die im neunten Jahrhundert ins Karpatenbecken kamen, brachten eine Reittradition aus der Steppe mit, die nie ganz verschwunden ist. Die csikós — die Reiter der Puszta — treiben immer noch graue Rinder und Racka-Schafe auf der großen Ebene östlich der Donau, und Pferde sind in Ungarn sowohl im Arbeitsleben als auch im Sport präsent. Das Land hat ein dichtes Netz aus Gestüten, Reitschulen und Trail-Betrieben.
Alle Stationen sind auf der Karte eingetragen.
1. Hortobágy-Nationalpark, Große Ebene
Die Hortobágy ist die größte ungebrochene Puszta Mitteleuropas und UNESCO-Welterbe für ihre Kulturlandschaft. Die csikós zeigen täglich ihre Reitkunst — einschließlich der berühmten Fünferzugleitung im Stehen — und mehrere Betriebe bieten Trail-Ritte über die Ebene an. Mátai Ménes ist der etablierteste. Saison April bis Oktober.
2. Gestüt Bábolna, Transdanubien
Bábolna ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Araber-Gestüte der Welt, 1789 gegründet, und züchtet den Shagya-Araber, eine eigenständige ungarische Araber-Variante. Besucher können das Gestüt besichtigen, Training beobachten und Ritte auf Bábolna-Pferden buchen. Auch die Fahrsport-Programme sind sehenswert. Ganzjährig.
3. Nationalgestüt Mezőhegyes, Komitat Békés
Mezőhegyes, 1784 von Joseph II. von Österreich gegründet, ist die ursprüngliche Heimat der Rassen Furioso-North Star und Nonius. Das Gestüt belegt einen riesigen klassizistischen Komplex in der südlichen Ebene und führt sowohl Zucht- als auch Besucherprogramme. Stallungen und Trainingsbahnen sind von historischer Bedeutung. Besichtigung nach Vereinbarung.
4. Balaton-Hügelland, Transdanubien
Die Hügel nördlich des Balatons bieten Trail-Reiten durch Weinberg-, Eichenwald- und Basaltkegelgebiet. Mehrere Anbieter in der Region Tihany und Káli-Becken führen Halb- und Tagestouren, die Reiten mit Weinkellerbesuchen kombinieren. Ganzjährig; Frühjahr und Herbst ideal.
5. Bükk-Nationalpark, Nordungarn
Das bewaldete Bükk-Gebirge nördlich von Eger bietet das abwechslungsreichste Trail-Terrain Ungarns — Buchenwald, Kalkfelsen und Hochweide über der Baumgrenze. Mehrere Ställe im Raum Szilvásvárad arbeiten mit Lipizzanern; Szilvásvárad ist eines der historischen Lipizzaner-Zuchtzentren. April bis Oktober.
6. Aggteleker Karst, Borsod
Der Aggteleker Karst an der slowakischen Grenze ist Kalksteinhöhlenland und ruhiges Trail-Reiten durch Wald und Grasland oberhalb der Karstebene. Wenige Anbieter führen Mehrtagesprogramme; weniger touristisch erschlossen als Hortobágy oder Balaton. Mittlere Reiter. April bis Oktober.
7. Tihany-Halbinsel, Balaton
Die Tihany-Halbinsel hat ein etabliertes Reitzentrum mit Ufer- und Vulkankegelritten. Familienfreundlich und gut mit einem Balaton-Urlaub kombinierbar. Anfänger willkommen. Mai bis September.
8. Kalocsa und Südliche Ebene
Die südliche Große Ebene um Kalocsa und Baja bietet Ritte durch Paprika-Anbaugebiete und die Donau-Aue. Mehrere csárda-artige Gasthäuser bieten Reitprogramme mit traditionellem ungarischem Abendessen und Volksmusik. April bis Oktober.
9. Sopron und westliche Grenze
Die Region Sopron im Westen Ungarns, an der österreichischen Grenze, bietet bewaldetes Trail-Reiten im Alpokalja-Vorland. Sanfter als die östliche Ebene; mitteleuropäische Atmosphäre. Mehrere Anbieter auf internationalem Niveau. Ganzjährig.
10. Szilvásvárad und das Lipizzaner-Gestüt
Szilvásvárad im Bükk-Vorland ist Ungarns wichtigstes Lipizzaner-Zuchtzentrum und beheimatet ein kleines Lipizzaner-Museum. Besucher können Training beobachten und Ritte auf Lipizzanern buchen. Die Kombination aus historischem Gestüt, Berglandschaft und aktivem Trainingszentrum ist in Ungarn einzigartig. Ganzjährig.
Ungarische Pferderassen
Der Nonius ist die schwere Kutschpferderasse des Mezőhegyes-Gestüts, aus anglo-normannischen Linien gezüchtet und historisch sowohl militärisch als auch landwirtschaftlich genutzt. Der Furioso-North Star ist eine leichtere Reitrasse aus demselben Gestüt. Der Shagya ist der in Bábolna entwickelte ungarische Araber. Der Lipizzaner wird in Szilvásvárad gezüchtet. Das Magyar-Pony ist das kleine einheimische Pferd der Ebene.
Die csikós-Tradition
Die csikós sind nicht folkloristisch. Sie sind arbeitende Reiter, die immer noch die grauen ungarischen Rinder und Racka-Schafe in der Hortobágy treiben. Ihre charakteristische blaue Tracht, der Puszta-Fünferzug im Stehen und die Fähigkeit, ein Pferd auf Kommando hinzulegen, sind Teil ihres täglichen Könnens. Touristische Vorführungen existieren, aber die Tradition lebt in Arbeitsform weiter.
Buchung und Saison
Die ungarische Reitsaison reicht hauptsächlich von April bis Oktober. Winterreiten ist in Hallen und einigen Balaton-Betrieben möglich. Ungarische Anbieter sind im Allgemeinen günstiger als westeuropäische, und der Ausbildungsstand, besonders im Fahrsport, ist außergewöhnlich.
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