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Top 10 Reitregionen in Deutschland

Deutschland ist eine der führenden Pferdenationen der Welt, und das spiegelt sich in der Breite und Tiefe der Reitangebots auf dem gesamten Bundesgebiet wider. Vier der wichtigsten Warmblut-Zuchtregionen Europas liegen hier: Hannover, Holstein, Westfalen und Bayern. Dazu kommen Naturräume, die Ausritte von der Nordseeküste bis in die Alpenvorberge ermöglichen. Zehn Regionen, die zusammen das Bild der deutschen Reitlandschaft ergeben.

1. Region Hannover, Niedersachsen

Hannover ist die Hauptstadt einer der bedeutendsten Warmblut-Zuchtregionen der Welt. Der Hannoveraner, gezüchtet seit dem 18. Jahrhundert aus Hengsten des königlichen Gestüts Celle, zählt zu den erfolgreichsten Pferden im internationalen Dressur- und Springreitsport. Die Region um Hannover bietet Ausritte auf ausgedehnten Feldwegen und durch Waldgebiete des Weserberglandes; das Hannoversche Wendland und das Leinetal sind traditionelles Reitgebiet. Das Hannoveraner Verband-Gestüt in Celle ist für Besucher geöffnet.

2. Warendorf, Nordrhein-Westfalen

Warendorf ist das Herz des deutschen Pferdesports. Das Bundesgestüt, gegründet 1826, ist der Sitz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Standort der Deutschen Reitschule. Turniere auf internationalem Niveau finden hier regelmäßig statt; das Freilassen der Hengste auf dem Marktplatz im Herbst ist ein Touristenevent, das Tausende anzieht. Die umliegende Münsteraner Parklandschaft bietet ausgedehnte Reitrouten auf markierten Reitwegen durch das Münsterland.

3. Bayerischer Wald, Bayern

Der Bayerische Wald — Europas ältester Nationalpark — bietet Reitbetrieben zwischen Zwiesel, Grafenau und Regen eines der ruhigsten Geländereitgebiete Deutschlands. Markierte Reitwege führen durch Fichten- und Buchenwälder, über Grasland-Ränder und an Bachläufen entlang. Einige Reitanlagen bieten mehrtägige Touren mit Unterkunft in Landhäusern an; das Niveau ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

4. Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern

Die Mecklenburgische Seenplatte ist das wasserreichste Gebiet Deutschlands — über 1.000 Seen auf einem verhältnismäßig kleinen Gebiet. Reitanlagen rund um den Müritz-Nationalpark, den Kölpinsee und die Feldberger Seenlandschaft bieten Ausritte durch Kiefernwälder, Getreidefelder und an Seeufern entlang. Das Terrain ist flach bis leicht hügelig; gut für Anfänger und Familien. Mehrere Reitbetriebe bieten Urlaubsreiten mit Stall-Pension an.

5. Lüneburger Heide, Niedersachsen

Die Lüneburger Heide ist eines der ältesten Reitgebiete Deutschlands. Im August und September blüht die Heide violett; dann sind Ritte durch das Heidelandland zwischen Soltau, Bispingen und Schneverdingen von einer Atmosphäre begleitet, die keine andere Jahreszeit bietet. Das Heidschnucken-Naturschutzgebiet und der Naturpark Lüneburger Heide sind weitgehend autofrei; Reitwege führen durch unberührtes Heide- und Waldgelände. Einige Betriebe bieten Mehrtages-Heidetours mit Gästehaus-Übernachtungen an.

6. Schwarzwald, Baden-Württemberg

Der Schwarzwald bietet Reittouren durch dichte Tannenwälder, auf Bergrücken mit Panorama bis zu den Alpen und in Täler mit Weinbergen. Reitanlagen um Freudenstadt, Triberg und Bad Wildbad haben gut ausgebaute Reitwegnetze. Das Schwarzwälder Kaltblut — die regionale Pferderasse, ein mittelgroßes Zugpferd mit dichtem Langhaar — ist ein charakteristisches Bild der Region, wird aber für Touristenritte selten eingesetzt. Die Region ist ganzjährig bereisbar; im Winter sind Ritte in tieferen Lagen möglich, auf den Hochlagen erst ab Mai.

7. Sylt und die Nordseeküste, Schleswig-Holstein

Strandreiten auf der Nordsee-Insel Sylt ist eine in Deutschland seltene Erfahrung. Einige Küstenabschnitte auf Sylt und dem Festland bei St. Peter-Ording und Büsum sind offiziell für Reiter freigegeben. Lokale Reitbetriebe auf Sylt bieten Wattreiten im Nationalpark-Vorfeld und Strandausritte an; Buchung im Voraus ist wegen der begrenzten Plätze und der Nationalpark-Auflagen erforderlich. Die Saison ist Mai bis Oktober; im Winter sind Strandzugänge für Pferde begrenzt.

8. Schleswig-Holstein und die Holsteiner-Heimat

Der Holsteiner ist eine der ältesten und bekanntesten deutschen Warmblut-Rassen, gezüchtet im Elmshorn-Gebiet und im Krempermarsch seit dem 13. Jahrhundert. Das Holsteiner Verband-Gestüt in Elmshorn kann besucht werden. Die Reitlandschaft Schleswig-Holsteins ist von Knicks — den typischen Heckenwällen der Region — durchzogen und bietet Ausritte durch Agrarlandschaft, an Fjordküsten und durch Buchenwälder in der Holsteinischen Schweiz.

9. Bayerisches Alpenvorland, Bayern

Das Alpenvorland zwischen München und den Alpen bietet Reitanlagen, die Tagespanorama auf Zugspitze und Karwendel aus dem Sattel ermöglichen. Betriebe in Rosenheim, Bad Tölz und Miesbach bieten Ausritte durch Almgelände und auf Alpenwiesen. Das Bayerische Warmblut und der Haflinger — die robuste Bergpferderasse aus dem angrenzenden Tirol — sind in dieser Region häufig. Die Kombination von Alpenvorland-Reiten mit einer Übernachtung in Garmisch-Partenkirchen oder Ruhpolding ist ein Klassiker.

10. Knüllgebirge, Hessen

Das Knüllgebirge ist das am wenigsten bekannte Reitgebiet in dieser Liste, aber eines der ruhigsten und atmosphärischsten in Mitteldeutschland. Das Mittelgebirge zwischen Kassel und Fulda bietet markierte Reitwege durch Laubwälder und über Hochwiesen. Reitbetriebe in Homberg (Efze) und Fritzlar bieten Ausritte für alle Niveaus; die Abgeschiedenheit des Knülls ist seine Stärke. Der hessische Reitverband pflegt das Wegenetz.

Buchung und Saisonplanung

Deutschland bietet ganzjährig Möglichkeiten, aber die Hochsaison ist Mai bis Oktober. Reitanlagen in der Lüneburger Heide und an der Küste sind im Sommer stark ausgebucht; frühzeitige Buchung ist empfohlen. Gestütsbesuche in Celle und Warendorf erfordern Voranmeldung.

Karte

Alle deutschen Reitanlagen und Gestüte sind auf der Karte eingetragen. Die Dichte im Rhein-Ruhr-Gebiet, in Bayern und rund um Hamburg ist am höchsten; ländliche Regionen bieten mehr Ruhe und mehr Geländefreiheit.